Derketo

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Spezialisierung: Fruchtbarkeit, Tod

 

Avatar: Doppelgesichtige Göttin

 

Derketos Doppelnatur ermutigt ihre Anhänger, den schmalen Grat zwischen Lust und Tod zu beschreiten. Ihr nördlicher Kult in Shem und Stygien ehrt die Göttin mittels aufwendiger Orgien, die auch vor Sodomie und Nekrophilie nicht zurückschrecken. Ihr südlicher Kult in den Schwarzen Königreichen konzentriert sich in erster Linie auf Opfer und den Tod.

Religiöse Verbreitung

Die Göttin Derketo wird primär in Shem angebetet, ihre Anhänger sind jedoch auch in den Phanteons der südlichen Königreiche vertreten, insbesondere in Stygien und Kush. In Stygien gilt sie als dekadente, unzüchtige Gottheit, die als religiöser Gegenpart zu der strengen und freudlosen Hingabe gegenüber Set, dem Schlangengott fungiert. So besitzt nahezu jede stygische Stadt einen Tempel zu Ehren der Derketos.

Religiöser Kult

In der shemitischen Glaubenskultur gilt Derketo als Göttin des Lebens, der sexuellen Energie, der Geburt und sogar des Krieges. Dabei steht ihre Assoziation mit dem Krieg vor allem im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten und den lustvollen Vergnügungen, die nach einem Sieg und mit der Kriegsbeute einhergehen. In religiösen Geschichten heißt es, dass Derketo einst selbst als Kriegsbeute und Hure an den Schlangengott Set verschenkt wurde. Zugleich ist sie aber auch die Göttin des Todes, die dem Glauben nach die Seelen der Toten auf den Mitternachtswinden durch den Himmel führt. Die zum Teil konträre Bedeutung Derketos als Göttin von Leben und Tod ergibt sich vermutlich daraus, dass Set ursprünglich zwei Huren hatte, die über die Zeit hinweg zu einer einzigen Göttin verschmolzen. In ihrer Darstellung als Verführerin und Göttin, die andere mit Leichtigkeit in Versuchungen führen kann, verkörpert sie für viele zudem die Essenz der Weiblichkeit und der ungehemmten Sexualität.

 

In Kush wird sie hingegen als bösartige Göttin Derketa verehrt und als Königin des Todes betitelt.

 

Je nach Zeitalter, Region und Volkskultur erhielt Derketo jedoch auch andere Namen und Titel. Bei den alten Acheroniern und den Riesenkönigen war die Göttin beispielsweise unter dem Namen Anuket bekannt. Manche bezeichnen sie auch als die Sandkönigin, während jene, die ihrem religiösen Kult eher kritisch gegenüberstehen sie auch gern als Sets Hure betiteln. So sehen beispielsweise die meisten Hybori die Attribute und den Kult, den Derketo verkörpert als Obszönität an.

Darstellungen und Symbole

Die Darstellungen und Symbole der Göttin Derketo variieren innerhalb des breiten Spektrums ihrer Anhänger sowie deren geografischen und kulturellen Unterschieden.

 

So wird Derketo manchmal durch das Symbol des Fischs respräsentiert, da dieser ihre fruchtbaren und lebensspendenden Kräfte versinnbildlicht und zugleich mit dem für die Menschen lebenswichtigen Fluss Styx assoziiert wird.

 

Eine der häufigsten Darstellung ist jedoch die einer nackten Frau, die eine Krone aus Straußenfedern trägt. In ihren Händen trägt sie hierbei jeweils ein Symbol ihrer religiösen Attribute: Die Lotusblüte in der einen Hand, die für Fruchtbarkeit und Erotik steht sowie zwei Schlangen in der anderen Hand. Letztere werden von einigen Anhängern auch als die Zwillingsschlangen Lust und Tod beschrieben. Weitere heilige Symbole der Derketo sind die Gazelle, der Stern und der Löwe. In manchen Darstellungen wird sie daher auch auf einem Löwen stehend gezeigt. Während Derketo in der stygischen Kunst eher im Profil gezeigt wird, zeigen die meisten Darstellungen anderer Kulturen sie bevorzugt von vorn.

Bekannte Riten und Gebräuche

Allgemein

Obwohl die Tempeldienerinnen und Priesterinnen Derketos im Grunde Tempelhuren sind, genießen sie jedoch in jeder Kultur großen Respekt unter den Derketo-Anhängern, da sie als weltliche Verkörperung von Derketo selbst verehrt werden. Zudem gilt die Unterweisung in den exotischen Künsten Derketos als intensiver und mitunter nicht ungefährlicher Kraftakt, der extreme Hingabe erfordert.

 

Männer wie Frauen beten zu Derketo für die Segen von Fruchtbarkeit und Potenz. Darf man dem Tempel glauben, bleibt Derketo für die Gebete von Männern allerdings grundsätzlich taub, so lange diese nicht als Bittsteller an den rituellen Vereinigungen mit einer ihrer Tempelhuren teilgenommen haben.

 

 

Stygien

In den stygischen Derketo-Tempeln werden junge Mädchen in die erotischen Mysterien der Göttin eingeführt. Dabei dienen die Anwärterinnen häufig als Kurtisanen für stygische Adelige und Hohepriester. Auch die Priesterinnen Derketos praktizieren die Kunst der körperlichen Liebe mit ihren loyalen Anhängern, teilweise als Gegenleistung für Opfergaben und Geschenke, welche die Truhen der Tempel füllen. Diese Praxis rührt zum einen natürlich von den Attributen der Göttin selbst her, zum anderen lernten die religiösen Vertreter Derketos jedoch auch schnell, dass Sex eine sichere Methode ist, um Anhänger anzuwerben und langfristig an den Kult zu binden. Unabhängig davon, ob sie später eine Laufbahn als Dienerin in ihrem Kult einschlagen oder nicht, werden alle jungen Mädchen in Sytgia angehalten Derketos Tempel zu besuchen und von den dortigen Frauen alles über die Sexualität und die weibliche Kraft zu lernen.

 

Die Erzpriester Sets missbilligen zwar die lüsternen Rituale und feierlichen Orgien von Derketos Kult und einige würden es sogar bevorzugen, wenn ihr Glaube vollens aus dem Königreich verbannt würde, dennoch müssen sie diese gezwungenermaßen tolerieren. Grund dafür ist, dass vor allem die adeligen Familien und die reiche Händlerklasse die Vertreibung von Derketos Religion niemals erlauben würden.

 

 

Shem

In Shem gelten Derketos Riten als die anstößigsten, selbst im Vergleich zu den doch recht sinnlichen Zeremonien von Ishtar und Adonis. Viele in Shem gefeierten Zeremonien und Riten involvieren die Inszenierung und Darstellung religiöser Mythen und Geschichten, die sich um Derketo ranken. Einige der Festzeremonien stellen beispielsweise die von Derketo eingefädelte Vergewaltigung der Weizengöttin Ashnans bei El-Lil nach, da Derketo der Geschichten nach einst selbst die Position der Göttin von Weizen und Bier begehrte. Andere Zeremonien sind eine Nachstellung der körperlichen Vereinigung von Derketo und Dagon, dem hauptsächlich in Zamora verehrten Gott der Unterwelt, dessen Gemahlin Derketo ist.

 

In der shemitischen Kultur wird Derketo in ihrer Persönlichkeit häufig als triebhaftes Raubtier dargestellt, das durch den sexuellen Akt die Lebenskraft ihrer Liebhaber stiehlt – entweder als rituelles Opfer oder als Zeichen der Hingabe ihr gegenüber. Auch heißt es, dass sie gelegentlich in Form von Illusionen und Trugbildern junge Männer besucht, um sich mit ihnen zu vereinigen.

 

 

Festtage

Anhänger Derketos zelebrieren die Erntezeit und das Äquinoktium mit wilden, weindurchtränkten Orgien, die Derketos lebensspende Kraft heraufbeschwören sollen.

 

 

Festzeremonien

Die Festorgien Derketos ziehen sich in der Regel über mehrere Tage und beginnen meist mit einer recht exhibitionistischen, tänzerischen Darbietung, aufgeführt von Tänzern, Priestern und Priesterinnen. Manchmal sind auch diverse sexuelle Interaktionen Teil dieser Darbietung. Zum Höhepunkt der Zeremonie dürfen sich schließlich auch die Zuschauer beteiligen, was letztlich in eine große, öffentliche Orgie ausartet. Auch Gewaltakte und experimentelle Sexualpraktiken im Rahmen der Ausübung der Lust sind hierbei keine Seltenheit. So bringen manchmal setitische Priester Schlangen mit, die in Sexpraktiken mit einbezogen werden und abgesehen von den shemitischen Zeremonien, ist bei manchen dieser Orgien sogar Nekrophilie involviert.

 

Je nach Kulturkreis und Einfluss des Glaubenskults werden für die Dauer der Festtage oftmals auch die militärischen Einheiten, in Anerkennung an ihre Treue, von ihren Pflichten und Vorschriften befreit und eingeladen, an den Zeremonien teilzunehmen.

Trivia

  • In der realen Mythologie ist Derketo eine syrische Göttin, die für Fruchtbarkeit steht. Sie wird als Wesen mit dem Oberkörper einer Jungfrau und dem Unterkörper eines Fisches, also ähnlich einer Meerjungfrau, dargestellt.

 

  • Der Name Derketo leitet sich vermutlich aus dem ugaritischen Wort “darkatu” ab, was “Herrschaft” bedeutet.

FANDOM: “AoC” Wiki. URL: http://aoc.wikia.com/wiki/Derketo [Stand: 27.10.2017].

FANDOM: “Age of Conan” Wiki. URL: http://de.aoc.wikia.com/wiki/Derketo [Stand: 18.06.2009].